Campylobacter, Salmonellen und Co.
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Campylobacter, Salmonellen und Co.

Campylobacter, Salmonellen und Co.

Campylobacter, Salmonellen und Co. – Das sind die 3 häufigsten bakteriellen Durchfallerreger

Wir stellen Ihnen die 3 häufigsten bakteriellen Durchfallerreger vor:

Campylobacter

Campylobacter sind in Deutschland die häufigsten bakteriellen Erreger von Durchfall-Erkrankungen und treten in Europa vor allem in der wärmeren Jahreszeit auf.  Campylobacter führen zunächst zu Fieber, Kopf und Muskelschmerzen, gefolgt von heftigen Bauchschmerzen und -krämpfen, bis hin zu Übelkeit und Durchfällen. Die Übertragung findet hauptsächlich über belastete Lebensmittel, sehr häufig über Geflügelfleisch, Rohmilchprodukte, nicht ausreichend gegartes Hackfleisch oder auch über verunreinigtes Trinkwasser statt.

Wichtig zu wissen: Da die Campylobacter-Bakterien einige Zeit in der Umwelt überleben können, kann auch eine mangelnde Hygiene in der Küche zu einer Ansteckung führen, z. B. über nicht ausreichend gereinigte Schneidebretter oder Messer. Darüber hinaus ist auch eine Übertragung von Haustieren auf den Menschen über den Kot der Tiere möglich. Auch verunreinigtes Wasser in Badeseen überträgt die Campylobacter-Bakterien auf den Menschen.

Wenn sich Menschen mit ihnen infizieren, so sind sie in der Regel zwei bis vier Wochen ansteckend – so lange sie Krankheitskeime mit dem Stuhl ausscheiden. Aber: Erreger können noch nach Abklingen der Beschwerden, was in der Regel innerhalb einer Woche geschieht, ausgeschieden werden. Im Normalfall klingen die Beschwerden von selbst ab und verlaufen ohne Komplikationen. In Ausnahmefällen kann es bei einer Infektion mit Campylobacter jedoch zu rheumatischen Gelenkentzündungen oder Hirnhautentzündungen kommen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Diese Personengruppen können sogar noch deutlich länger als vier Wochen ansteckend bleiben1,2 und bei ihnen besteht durch den großen Flüssigkeitsverlust ein erhöhtes Risiko einer Dehydration. Experten sehen im Ausgleich von Flüssigkeit und Elektrolyten den ersten wichtigen Schritt in der Behandlung des akuten Durchfalls, da so einer gefährlichen Austrocknung vorgebeugt wird.3 

Clostridium difficile

Clostridium difficile ist ein Bakterium, das sich in der Umwelt sowie im Darm gesunder Menschen und Tiere befindet – das bedeutet, dass die Darmflora auch vollkommen ohne Beschwerden von dem Bakterium besiedelt sein kann. Aber: Wenn über einen längeren Zeitraum Antibiotika eingenommen werden, kann das Auswirkungen auf die Darmflora haben, sodass das Bakterium dann zu ihrer Veränderung oder sogar Zerstörung führt. Clostridium difficile können Giftstoffe ausscheiden, welche zu Darmentzündungen mit einhergehenden schweren Durchfällen führen können.

Die Erreger sind hoch ansteckend und werden über eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen sowie über verunreinigte Gegenstände, wie Türklinken oder Toiletten. Gut zu wissen ist, dass nach einer Infektion mit Clostridium nicht bei jedem eine Erkrankung ausbricht. Geschieht dies doch, so leiden Erkrankte meist in Folge der Darmentzündung an plötzlich einsetzenden, bis hin zu blutigen Durchfällen sowie Übelkeit, Bauchschmerzen und Fieber. Betroffene sind während der akuten Erkrankung höchst ansteckend und können die Erreger auch nach Abklingen der Beschwerden weiterhin mit dem Stuhl ausscheiden. Dadurch können sie die Colstridium-Bakterien auch über das Abklingen der Symptome hinaus auf andere Menschen übertragen. Zwar kann die Erkrankung in manchen Fällen von selbst heilen, allerdings können bei schwereren Verläufen Komplikationen, wie z. B. ein Darmverschluss, eine akute Erweiterung des Dickdarms, ein Riss der Darmwand oder sogar eine Blutvergiftung auftreten.

Zu den besonders gefährdeten Personengruppen in Folge einer Infektion mit Clostridium difficile gehören Krankenhauspatienten, vor allem aber Senioren, die unter Vorerkrankungen leiden sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und auch Menschen, die in den vergangenen zwei Monaten Antibiotika eingenommen haben.4,5 Sie sind besonders gefährdet, da der Körper durch den großen Flüssigkeitsverlust dehydrieren kann.

Salmonellen

Salmonellen sind Bakterien und bekannt für typische Lebensmittelinfektionen, was nicht verwunderlich ist, denn Lebensmittel sind auch der häufigste Übertragungsweg dieser Erreger. Ursächlich sind eine schlechte Küchenhygiene oder auch ungekühlte Lebensmittel. Die Bakterien belasten häufig Lebensmittel wie Eier und Eiprodukte, die roh bzw. nicht vollständig durchgegart sind sowie Produkte auf Eierbasis (z. B. Mayonnaise). Auch Kuchenteig und Speiseeis sowie rohes (Hack-)Fleisch können mit Salmonellen besiedelt sein. Wie auch bei vielen anderen bakteriellen Infektionen erfolgt eine Ansteckung über den Kontakt von Mensch zu Mensch. Aber: Auch eine Ansteckung von Tier zu Mensch ist möglich – hier vor allem über Reptilien, die als Haustiere gehalten werden. Sind sie infiziert, so leiden Betroffene unter akutem Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, Unwohlsein, Erbrechen und häufig Fieber. Im Normalfall dauern die Beschwerden meist jedoch nicht lange an und klingen von selbst ab.

Wie lange ist man aber für andere Menschen ansteckend? Erwachsene sind bis zu einem Monat ansteckend, auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind. Kinder und sehr alte Menschen können noch über mehrere Wochen ansteckend sein und bei schweren Verläufen einer Salmonelleninfektion kann die Ausscheidung der Erreger sogar mehrere Monate andauern. 

Durch eine Salmonellose sind Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem besonders gefährdet – hier ist der Verlust von Flüssigkeit und Salzen ursächlich, welcher den Körper schwächt und sogar bis hin zu einem Kreislaufkollaps oder zum Versagen der Nierenfunktion führen kann.6,7 Hierbei ist es, laut Experten, von besonderer Bedeutung, den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten als erste Maßnahme der Behandlung auszugleichen.8

 


1. Robert Koch-Institut. RKI Ratgeber Campylobacter-Enteritis. 2018. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Noroviren.html Zugriff: 12.12.2018
2. Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.). Bürgerinformation Campylobacter. 2018. https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/campylobacter Zugriff: 12.12.2018
 3. S1-Leitlinie Akuter Durchfall der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM). Stand 2013, gültig bis 09/2018. online: https://www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-Inhalte/Dokumente/DEGAM-S1-Handlungsempfehlung/053-030%20Durchfall,%20akut/S1-HE_Akuter%20Durchfall_Langfassung.pdf Zugriff: 12.12.2018
4. Robert Koch-Institut. RKI Ratgeber Clostridium difficile. 2016. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Noroviren.html Zugriff: 12.12.2018
5. Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.). Bürgerinformation Clostridium difficile. 2018. https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/clostridium-difficile Zugriff: 12.12.2018
6. Robert Koch-Institut. RKI Ratgeber Salmonellose. 2016. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Noroviren.html Zugriff: 12.12.2018
7. Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.). Bürgerinformation Salmonellen. 2018. https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/salmonellen Zugriff: 12.12.2018
8. S1-Leitlinie Akuter Durchfall der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM). Stand 2013, gültig bis 09/2018. online: https://www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-Inhalte/Dokumente/DEGAM-S1-Handlungsempfehlung/053-030%20Durchfall,%20akut/S1-HE_Akuter%20Durchfall_Langfassung.pdf Zugriff: 12.12.2018

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